aufgeschnappt

„Wirkliche Schönheit, Perfektion also, kann man ohnehin nur bewundern und verehren. Lieben kann man sie nicht. Lieben kann man nur das unperfekte, das mit Makel behaftete, menschliche.“

Schade das so vieles immer so kitschig klingt und als Kitsch bewertet wird und außerdem das Gefühl hat, es wisse eh schon jeder. Irgendwo.

„…

V.

Du sollst dir kein Bild von mir machen, sagte schon der Gott, der aus der Wüste kam. Für uns Menschen, unser Miteinander, unsere Verstrickungen, Liebschaften, für unseren Umgang miteinander trifft das erst recht zu. Man soll sich kein Bild machen von seinem Gegenüber. Oder: man sollte nicht, aber so sind wir nicht geschaffen und scheitern daran. Man macht sich immer ein Bild. Ein geschöntes oder verzerrtes, nur nie eines, dass der Wirklichkeit entspricht. Und um so besser wir jemanden kennen, um so deutlicher, statischer, verschiedener von der Person wird das Bild, dass wir uns machen, bis wir in unserem Gegenüber, kennen wir ihn nur erst gut genug, nur noch sehen, was wir sehen möchten oder was wir nie sehen wollten. Bei Estelle und mir war es zumindest so. Ich sah in ihr mehr, als sie war und überhaupt sein wollte. Sie in mir etwas, was ich nie sein konnte oder wollte. Eines Tages oder Nachts erschütterte die Wirklichkeit unsere Bilder voneinander. Erst zeigten sich Risse, feine, kleine, kaum erkennbare Haarrisse, dann wurden sie größer und mit jedem Beben bröckelten, barsten, zerbrachen unsere Bilder voneinander mehr und mehr. …“

Link

Eine Antwort schreiben